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Badezimmer streichen – Welche Farbe soll man nehmen?

Wenn Sie Ihr Badezimmer streichen wollen, müssen Sie gleich mehrere wichtige Dinge beachten. Machen Sie es richtig, so werden Sie jahrelang Freude an Ihrem Bad haben. Wir wollen Sie an die Hand nehmen und Ihnen bei Ihrem Vorhaben Erste-Hilfe leisten. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Farben es gibt und welche davon für das Badezimmer am besten geeignet ist.

Muss es eine spezielle Farbe für Badezimmer sein?

Kein anderes Zimmer im Haus wird mit solch starken und häufigen Temperaturschwankungen konfrontiert wie das Badezimmer. Gleichzeitig herrscht hier immer wieder extreme Luftfeuchtigkeit. So machen sich Fehler im Bad relativ schnell bemerkbar. Ein Ärgernis, welches Sie mit unserem Know-how vermeiden können.

Und ja, auf die Sorte der Wandfarbe kommt es an! Denn nicht jede Wandfarbe ist auch badezimmertauglich. Um Ihnen einen besseren Überblick zu verschaffen, teilen wir die Wandfarben grob in drei Kategorien ein: Dispersionsfarben, Latexfarben und Silikatfarben. Zwar sind sie alle atmungsaktiv, doch die Unterschiede sind nicht gering und sollten beachtet werden.

Dispersionsfarbe – die Allzweckfarbe

Die Dispersionsfarbe ist die am meisten verbreitete Farbe und in jedem Baumarkt zu finden. Dispersion steht für ein „fein verteiltes“ Gemisch von mindestens zwei Stoffen. Spricht man von Dispersionsfarbe, ist damit die handelsübliche Wandfarbe gemeint. Sie wird auf Wasserbasis hergestellt und setzt sich zusammen aus einer Dispersion aus Füllstoffen, Binde- und Lösungsmitteln, Farbpigmenten und Zusatzstoffen. Ihr Vorteil ist, dass sie für nahezu alle Untergründe geeignet ist und somit im ganzen Haus benutzt werden kann.

Dispersionsfarben sind überwiegend eingeschränkt diffusionsoffen, das heißt, sie sind nur mäßig atmungsaktiv. In Badezimmern ist das ein Nachteil, denn je weniger eine Wand „atmen“ kann, desto mehr Kondenswasser bildet sich. Das schafft den idealen Nährboden für Schimmel. Nehmen Sie also möglichst keine normale Dispersionsfarbe für Ihr Badezimmer. Eine spezielle Feuchtraumfarbe ist da die bessere Wahl. Diese enthält zum einen schimmelhemmende Zusatzstoffe und ist zum anderen scheuerbeständig und wasserabweisend.

Wir haben die Vor- und Nachteile der Dispersionsfarben einmal zusammengefasst:

VorteileNachteile

  • Für die meisten Untergründe geeignet

  • Als Feuchtraumfarbe z. B. auch in Badezimmern anwendbar

  • Meistverbreitete Farbe, in jedem Baumarkt erhältlich

  • Nicht ätzend, pH-Wert ist neutral

  • Einfache Verarbeitung

  • Schnell trocknend an Wand und Decke

  • Günstiger als andere Farbsorten

  • Hohe Deckkraft

  • Füllt kleinere Unebenheiten

  • Kann mit Vollton- bzw. Abtönfarben gemischt werden

  • Leicht überstreichbar


  • Nur mäßig diffusionsoffen, schränkt die Diffusionsfähigkeit eher ein

  • Als normale Dispersionsfarbe nur bedingt für Feuchträume geeignet

  • Billige Dispersionsfarben haben geringe Deckkraft und färben ab

Latexfarben – ideal für starke Beanspruchung

Latexfarbe ist eigentlich nur noch ein Begriff, der aus marketingtechnischen Gründen am Leben erhalten wird. Denn Latexfarben, die noch natürlichen Latex (Milchsaft des Kautschukbaumes bzw. Emulsion aus Kautschuk und Wasser) enthalten, sind im Handel fast nicht mehr erhältlich. Die Bezeichnung "Latexfarbe" soll also nur noch die Eigenschaften von natürlichem Latex suggerieren. Denn schon längst verwenden Hersteller Kunstharz anstelle von natürlichem Latex. Zu teuer und zu aufwendig ist die Herstellung mit dem natürlichen Rohstoff.

Mit dem eingesetzten Kunstharz erzielen Hersteller die gleichen Eigenschaften wie beim natürlichen Latex: Wasserbeständigkeit, Wasserdampfundurchlässigkeit, Glanz und Elastizität. Durch die Elastizität wird er außerdem scheuerfest und sehr strapazierfähig. Im Grunde genommen handelt es sich bei der modernen Latexfarbe auch nur um eine „spezielle“ Dispersionsfarbe – welche sich durch ihre Zusammensetzung an den Eigenschaften von natürlichem Latex orientiert. Deswegen spricht man bei der Latexfarbe auch von der Kunstharz-Dispersionsfarbe.

Sie wird hauptsächlich auf stark beanspruchten Flächen angewendet, wie z. B. in Küchen, Treppenhäusern oder Kindergärten. Von dem Einsatz im Badezimmer rät unser Malermeister-Kollege dagegen ab. Denn Latexfarben sind wasserdampfundurchlässig und somit noch diffusionseingeschränkter als die normale Dispersionsfarbe. Der Wasserdampf kann auf einem Latexanstrich kaum entweichen und kondensiert vermehrt. Das bietet optimale Bedingungen für die Entstehung von Schimmel. Sie müssten schon alle Wände und die Decke trockenwischen, um einer Schimmelbildung vorzubeugen. Aber das geht selbstverständlich nicht.

Hier fassen wir die Vor- und Nachteile von Latexfarben zusammen:

VorteileNachteile

  • Sehr strapazierfähig, abriebfest und scheuerfest

  • Wasserfest, gut z. B. für Küchen oder Treppenhäuser geeignet

  • Leicht zu reinigen, Flecken lassen sich restlos abwischen

  • Schmutzabweisend

  • Für viele Untergründe geeignet

  • Erhältlich in matt, Seidenglanz und Hochglanz

  • Neutraler pH-Wert, nicht ätzend

  • Kann als Feuchtigkeitsschutz eingesetzt werden

  • Füllt kleinere Unebenheiten auf

  • Kann mit Vollton- bzw. Abtönfarben gemischt werden


  • Noch diffusionseingeschränkter als normale Dispersionsfarbe, nicht für Badezimmer geeignet

  • Nur mit Zwischengrundierung überstreichbar

  • Eher geringe Deckkraft

  • Einige Latexfarben können gesundheitsschädigendes Formaldehyd enthalten

Silikatfarben – atmungsaktiv, robust und langlebig

Silikatfarben sind strapazierfähig, umweltfreundlich, schadstofffrei und leicht zu reinigen. Sie setzen sich vorwiegend aus mineralischen Bestandteilen zusammen. Das Basismaterial ist Kaliwasserglas und nicht das Wasser wie bei Dispersionsfarben. Grundsätzlich benötigt die Silikatfarbe einen mineralischen Untergrund (z. B. Putz, Beton, Zement, Kalksandstein, Ziegelstein oder Naturstein). Denn nur mit einem geeigneten Untergrund kann sie verkieseln (quasi verschmelzen) und somit eine natürliche sowie untrennbare Verbindung eingehen.

Durch Beimischen von zusätzlichen Komponenten haben es die Hersteller ermöglicht, dass die Silikatfarbe auch auf anderen Untergründen auftragen werden kann. Daher gibt es heute die Unterteilung in Rein-Silikatfarbe, Dispersions-Silikatfarbe und Sol-Silikatfarbe.

Rein-Silikatfarbe

Die Rein-Silikatfarbe besteht nur aus zwei Komponenten, dem Kaliwasserglas als Bindemittel und dem Farbpulver (Gemisch von Farbpigmenten und Füllstoffen). Generell dürfen nur mineralische Komponenten Bestandteil dieser Farbsorte sein. Sie ist quasi die originale Silikatfarbe. Und genau diese Sorte können Sie ausschließlich auf mineralischen Untergründen verwenden. Das Mischen der beiden Komponenten erfolgt erst ungefähr einen Tag vor dem Streichen. Sie muss auch zügig verarbeitet werden, da der Verkieselungsprozess recht zeitnah eintritt. Beachten Sie daher unbedingt die Herstellerangaben. Im Baumarkt ist diese Sorte eher selten bis gar nicht vertreten.

Dispersions-Silikatfarbe

Im Unterschied zur Rein-Silikatfarbe enthält die Dispersions-Silikatfarbe zusätzlich bis zu 5% organische Bestandteile. Dadurch kann sie nicht nur auf rein mineralischen Untergründen verwendet werden, sondern auch auf organischen Altanstrichen (z. B. auf alter Dispersionsfarbe). Dafür sollten Sie den Altanstrich unbedingt grundieren. Aufgrund seiner Zusammensetzung wird die Dispersions-Silikatfarbe bereits gebrauchsfertig verkauft und muss nicht wie die Rein-Silikatfarbe erst zusammengemischt werden. Diese Sorte ist die am häufigsten vertretene Silikatfarbe in den Baumärkten.

Sol-Silikatfarbe

Bei der Sol-Silikatfarbe ist neben dem regulären Bindemittel Kaliwasserglas noch Kieselsol beigemengt. Diese Sorte können Sie, teilweise ohne Zwischengrundierung, direkt auf mineralische und viele organische Untergründe streichen. Die Sol-Silikatfarbe ist somit auch für Mischuntergründe geeignet. Sie gilt als eine Weiterentwicklung der gängigen Silikatfarbe.

Alle Farbsorten sind gewissermaßen atmungsaktiv, doch die Unterschiede sind groß. Alle Farbsorten sind gewissermaßen atmungsaktiv, doch die Unterschiede sind groß.

Unsere Empfehlung für Badezimmer: Silikatfarben

Keine andere Farbsorte eignet sich so gut für Feuchträume bzw. Badezimmer wie die Silikatfarbe. Während andere Farben beim Anstreichen einen Film bilden, verbinden sich die Silikatfarben chemisch mit dem Untergrund. Sie bleiben diffusionsoffen, das heißt sie lassen Luft und Wasserdampf durch. Somit kann sich kaum Kondenswasser auf der Wand bilden, was einer der Hauptgründe für die Entstehung von Schimmel ist.

Der pH-Wert sagt aus, ob eine Lösung sauer oder basisch (alkalisch) ist. Bei Werten unter 7 ist eine Flüssigkeit sauer und bei Werten über 7 basisch. Die Silikatfarben haben einen pH-Wert von ca. 11 und sind daher hochalkalisch. Das verleiht der Farbe eine natürliche schimmeltötende und antibakterielle Wirkung. Ein weiterer Grund, der diese Farbe zum Favoriten für den Einsatz im Badezimmer macht.

ACHTUNG: Aufgrund ihres hohen pH-Wertes ist die Silikatfarbe im feuchten Zustand ätzend für Haut und Augen. Tragen Sie daher beim Streichen unbedingt eine Schutzbrille, Handschuhe und entsprechende Kleidung. Auch keramische Sanitärobjekte, Fliesen und Glas sollten Sie zum Schutz abdecken. Mit der folgenden Tabelle können Sie sich eine gute Übersicht von Vor- und Nachteilen der Silikatfarben verschaffen.

VorteileNachteile

  • Diffusionsoffen, lässt Luft und Wasserdampf durch

  • Umweltfreundlich und schadstofffrei

  • Natürliche schimmeltötende und antibakterielle Wirkung

  • Schafft ein wohngesundes Raumklima

  • In drei Sorten verfügbar, deckt viele Untergründe ab

  • Extrem lange haltbar, verbindet sich chemisch mit dem Untergrund

  • Sehr strapazierfähig, kann nicht platzen, blättern oder reißen

  • Allergiker geeignet

  • Witterungsbeständig, auch für Außenbereich geeignet

  • Resistent bei großen Temperaturunterschieden

  • Nicht brennbar

  • Verblasst nicht so schnell

  • Waschfest, leicht zu reinigen

  • Resistent gegenüber schwefelhaltigen Abgasen (Außenbereich)

  • Leicht überstreichbar


  • Hoher pH-Wert, im feuchten Zustand ätzend für Augen, Haut, Keramik, Glas und Fliesen

  • Preisintensiv

  • Als Rein-Silikat nicht gebrauchsfertig, muss extra angerührt werden

  • Nicht alle Sorten im Baumarkt erhältlich

  • Nur mit alkalibeständigen Pigmenten abtönbar

  • Untergründe mit organischen Anteilen müssen vorher grundiert werden

  • Nicht auf rein organischen Untergründen (z. B. Holz oder Papier) anwendbar

Fazit: Die Farbe soll diffusionsoffen und schimmelhemmend sein

Haben Sie einen mineralischen Untergrund in Ihrem Badezimmer, ist eine Silikatfarbe die beste Wahl für Sie. Passt der Untergrund nicht und das Budget ist begrenzt, greifen Sie zur Dispersionsfarbe. Achten Sie jedoch darauf, dass diese feuchtraumgeeignet ist. Kaum eine andere Farbe ist so diffusionsarm wie die Latexfarbe, daher raten wir von ihrem Einsatz im Badezimmer ab.

Vergessen Sie bei all den Farben das Lüften nicht. Ganz gleich für welche Farbe Sie sich entscheiden, wichtig ist, nach jedem Baden oder Duschen das Badezimmer gut zu lüften! Denn auch die beste Farbe bzw. die Wand kann nicht unendlich viel Feuchtigkeit aufnehmen.

Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Verputzte Wand streichen - Das müssen Sie beachten

Hilfe bei Fragen rund um Badezimmer streichen

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