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Verputzte Wand streichen - Das müssen Sie beachten

Eine verputzte Wand zu streichen klingt einfach, aber ist es wirklich so? In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie es richtig machen und was es zu beachten gibt. Auf den Wanduntergrund kommt es an: bereiten Sie diesen richtig vor, wird der neue Anstrich gut haften und Ihnen viel Freude bringen. Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, eine verputzte Wand direkt zu streichen und umgehen den Zwischenschritt mit einer Tapete.

Ermitteln Sie zuerst Ihren Untergrund

Handelt es sich bei Ihrem Projekt um einen Neubau, wissen Sie normalerweise bereits, um welchen Putz es dabei geht. In jedem Fall hätten Sie Unterlagen, wo Sie das nachschlagen könnten. Nicht so beim Altbau: denn meistens sind die entsprechenden Unterlagen nicht mehr vorhanden. Dazu könnten diverse Wände über viele Jahre hinweg mehrmals renoviert und neuverputzt worden sein. So kann die genaue Putzart erst mittels einer Probe im Labor oder durch einen Sachverständigen ermittelt werden.

Doch der Weg zum Labor oder Sachverständigen ist nicht zwingend notwendig. In den meisten Fällen reicht es aus, wenn Sie einfach die Eigenschaften des Putzes ermitteln. Sie müssen nämlich nur wissen, ob Ihr Putz sandend, saugend oder nicht saugend ist. Erst dann können Sie zur geeigneten Grundierung greifen. Dazu gibt es ganz einfache Prüfverfahren, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten:

  • Ob Ihr Wandputz sandend ist, prüfen Sie, indem Sie mit Ihrer Hand drüber wischen. Lösen sich Sandkörner, so ist er definitiv sandend. Einfach drauf los streichen sollten Sie in diesem Fall nicht. Denn auf einem sandenden Untergrund kann die Farbe ihre Eigenschaften nicht vollends entfalten. Sie würde nach dem Trocknen abkreiden und auch an ihrer Strapazierfähigkeit einbüßen.
  • Sprühen Sie mit einer Sprühflasche etwas Wasser auf den Putz oder beträufeln Sie ihn mit der Hand. Verdunkelt sich die Stelle, ist das ein Zeichen dafür, dass die Wand das Wasser einzieht und somit saugend ist. So wie sandende Untergründe sollten auch saugfähige Untergründe vorbehandelt werden. Ansonsten gelingt kein gleichmäßiger Anstrich und Sie müssten mehrere Male streichen, um ein akzeptables Ergebnis zu erzielen.
  • Perlt das Wasser dagegen von der Wand ab bzw. rinnt nach unten, so ist das Gegenteil der Fall: Der Untergrund ist nicht saugend. Auch diesen Untergrund sollten Sie vorbehandeln, damit die Farbe darauf halten kann.

So gehen Sie vor, wenn Ihre Wand einen Altanstrich hat

Bei Neubauten ist die Sache schnell klar, doch in anderen Fällen sind die Wände bereits vorgestrichen und müssten noch kritischer begutachtet werden. Denn oft sind die Wände in älteren Häusern über Jahre mehrschichtig und mit unterschiedlichen Farben gestrichen worden. In diesen Fällen reichen die oben aufgeführten drei Prüfverfahren nicht aus. Hier sollten Sie einige weitere Punkte beachten.

Wie steht es um die Kratzfestigkeit Ihres Altanstrichs?

Kontrollieren Sie mit einem Spachtel, ob Ihr Altanstrich kratzfest ist. Es darf nichts abplatzen, wenn Sie mit dem Spachtel drüber kratzen. Machen Sie auch einen Abreißtest mit dem Klebeband. Kleben Sie dazu ein ca. 10 cm langes Klebebandstück auf die Wandoberfläche und ziehen Sie es ruckartig wieder ab. Bleiben Farbstücke darauf kleben, dann müssen Sie den gesamten Altanstrich entfernen. Andernfalls würde die alte Farbe bereits beim Auftragen der Grundierung einfach abblättern.

Ist Ihr Altanstrich durch Ruß, Nikotin oder Fett verschmutzt?

Ruß-, Nikotin- und Fett-Flecken können Sie ganz einfach mit bloßem Auge erkennen. Rußflecken treten besonders in Haushalten mit Kaminen, Holzöfen oder Kohleöfen auf. Nikotinflecken nisten sich dagegen in Raucherhaushalten ein. Fettflecken sind vorwiegend in Küchen anzutreffen.

Diese Verschmutzungen haben gemeinsam etwas Gutes. Sie lassen sich alle mit nur einem Mittelchen beseitigen. Das Wundermittel heißt Anlauger und ist in jedem Baumarkt erhältlich. Und so gehen Sie damit vor:

  1. Lösen Sie den Anlauger gemäß den Herstellerangaben in Wasser auf.
  2. Tragen Sie die Lösung mit einem Schwamm, Pinsel oder einer Bürste auf die zu reinigende Stelle auf.
  3. Lassen Sie die Lösung gemäß den Herstellerangaben einwirken. Meist sind es ca. 10 Minuten.
  4. Waschen Sie die Stelle anschließend mit viel klarem Wasser ab und lassen Sie sie gut trocknen.

Lesen Sie unbedingt noch vor dem Gebrauch die Kennzeichnung und Produktinformation des Herstellers. Nicht zu behandelnde Stellen sollten Sie vor Spritzwasser schützen. Die Arbeitsgeräte müssen nach dem Gebrauch sofort mit klarem Wasser gereinigt werden.

Wasserlösliche Farben müssen entfernt werden

Wenn es sich bei Ihrem Altanstrich um eine Leimfarbe (auch Kreidefarbe genannt) handelt, so müssen Sie diese zunächst komplett entfernen. Es sei denn, Sie wollen den Altanstrich erneut mit einer Leimfarbe überstreichen. Grundsätzlich gilt: Leimfarben sollten nur mit Leimfarben überstrichen werden. Beabsichtigen Sie aber z. B. mit einer Dispersionsfarbe zu streichen, muss die Leimfarbe vorher ab. Da Leimfarben wasserlöslich sind, können sie keinen geeigneten Untergrund für andere Farbsorten bilden.

Sprühen Sie etwas Wasser auf Ihren Altanstrich und wischen Sie mehrmals mit dem Finger über die nasse Stelle. Färbt der Anstrich ab bzw. löst sich, dann handelt es sich dabei um eine Leimfarbe. Um die Leimfarbe zu entfernen, gehen Sie am besten wie folgt vor:

  1. Verteilen Sie mit einem Flächenstreicher großzügig Wasser auf der gesamten Wandfläche und lassen Sie es einwirken. Die Wand sollte richtig durchnässt sein.
  2. Nehmen Sie sich einen Abscherspachtel zur Hand. Scheren Sie damit Stück für Stück die gesamte Leimfarbe ab.
  3. Sollte die Wand anfangen zu trocknen, so können Sie sie bei Bedarf erneut anfeuchten.
  4. Die verbliebenen Reste der alten Farbe waschen Sie anschließend mit Wasser und einem Schwamm ab.

Wählen Sie die richtige Grundierung für Ihre Wand

Bevor Sie eine Grundierung auftragen, muss die Wand vollständig getrocknet sein. Kehren Sie die Wand mit einem Feger von Staub, Schmutz und Sandkörnern ab. Nachdem Sie die Grundierung aufgetragen haben, lassen Sie sie gemäß den Herstellerangaben austrocknen. Welche Grundierung für Ihren Putz die richtige ist, ermitteln Sie ganz einfach mit unserer folgenden Tabelle:

Eigenschaften des PutzesGeeignete Grundierung
Der Putz ist sandendTiefengrund – schwächt die Saugwirkung des Untergrundes ab und verfestigt bzw. bindet Sandkörner auf der Oberfläche.
Der Putz ist saugfähigTiefengrund – schwächt die Saugwirkung des Untergrundes ab und gleicht die Saugfähigkeit aus.
Der Putz ist minimal oder gar nicht saugfähigHaftgrund/Spezialhaftgrund – bildet eine Art Schicht auf der Oberfläche und sorgt für eine sichere Verbindung des neuen Anstrichs.
Der Putz ist stark verfärbt oder es handelt sich um einen DekorputzSperrgrund/Putzgrund – bildet eine Art Sperrgrund, um ein Durchschlagen von z. B. Flecken oder Verfärbungen auf den neuen Anstrich zu verhindern.
Dispersionsfarben haben eine hohe Deckkraft und eignen sich besonders für weniger beanspruchte Räumlichkeiten. Dispersionsfarben haben eine hohe Deckkraft und eignen sich besonders für weniger beanspruchte Räumlichkeiten.

Welche Farbsorte für welches Zimmer?

Nicht ohne Grund gibt es viele verschiedene Farbsorten, denn nicht jede Farbe ist auch für jeden Anspruch geeignet. Im Badezimmer sollte es z. B. eine möglichst diffusionsoffene (atmungsaktive) Farbe sein. Das ist wichtig, um einer Schimmelbildung vorzubeugen. Für die Küche wählt man in der Regel eine strapazierfähige und scheuerfeste Farbe aus. Gerne geben wir Ihnen dazu eine kompakte Übersicht:

  • Wohnzimmer und Schlafzimmer:
    Eine handelsübliche Dispersionsfarbe reicht vollkommen aus. Sie hat eine hohe Deckkraft und bietet die größte Farbauswahl unter allen Farbsorten.
  • Kinderzimmer:
    Auch hier reicht die übliche Dispersionsfarbe aus. Stärker beanspruchte Stellen können auch mit einer strapazierfähigen Latexfarbe gestrichen werden. Bemalte oder verschmutzte Wände können einfacher gereinigt werden.
  • Küche:
    Für die Küche wird die Latexfarbe empfohlen. Latexfarben sind strapazierfähig, abriebfest und scheuerfest. Außerdem sind sie wasserfest und lassen sich leicht reinigen.
  • Flur und Treppenhaus:
    Flure und Treppenhäuser gelten als stärker beanspruchte Bereiche. Jacken werden auf die Garderobe gehängt, beim Schuhe an- und ausziehen wird Halt an der Wand gesucht. Auch in Treppenhäusern wird häufiger mal mit der Schulter oder der Hand an der Wand gewischt und gerieben. Hier greifen Sie auch am besten zur Latexfarbe bzw. einer Strapazierfarbe.
  • Badezimmer:
    In keinem anderen Zimmer herrschen so starke Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit wie im Badezimmer. Hier gilt es besonders darauf zu achten, eine feuchtraumgeeignete Farbe zu wählen. Denn Feuchtraumfarben enthalten schimmelhemmende Zusatzstoffe und sind außerdem scheuerbeständig und wasserabweisend. Silikatfarben eignen sich hier am besten. Sie sind stark atmungsaktiv und haben eine natürliche schimmeltötende und antibakterielle Wirkung.

Möchten Sie mehr über die einzelnen Farbsorten und ihre Vorteile sowie Nachteile erfahren, dann lesen Sie hier:

Badezimmer streichen – Welche Farbe soll man nehmen?

Fazit: Das macht Ihren Erfolg beim Streichen aus

Auf den Untergrund kommt es an! Wenn Sie die Eigenschaften von Ihrem Wandputz richtig bestimmen und die Wand entsprechend grundieren, dann haben Sie schon den Grundstein für Ihren Erfolg gelegt. Leider beansprucht dieser Schritt seine Zeit. Lassen Sie ihn jedoch aus, werden Sie keine Freude am Endergebnis haben. Wählen Sie anschließend noch die für Ihre Ansprüche geeignete Farbsorte aus und Ihr Vorhaben „Verputzte Wand streichen“ wird gelingen.

Wichtig: Sowohl den Grundierungen als auch den Farben liegt ein technisches Datenblatt bei. Dieses sollten Sie unbedingt lesen. Darin entnehmen Sie unter anderem, mit welchen Farbsorten eine Grundierung kompatibel ist und mit welchen nicht.

Hilfe bei Fragen rund um „Verputzte Wand streichen“

Haben Sie noch offene Fragen? Dann schreiben Sie uns einfach in den Kommentaren. Wir antworten Ihnen immer, gerne und schnell! Sie erreichen uns selbstverständlich auch telefonisch unter der Nummer 0 52 22 / 960 48-0.

Ihr planeo Team

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